Restaurierung

Die Restaurierung der Haller Pfarrkirche ist ein mehrjähriges Projekt, das neben dem finanziellen Aufwand auch der Kraftanstrengung vieler Menschen und Institutionen bedarf. 
Für die dringende Notwendigkeit der Sanierung gibt es drei wesentliche Gründe:

1. Sicherheit:

In den 50iger Jahren (vermutlich auch schon zwischen 1914 und 1918) kam es durch schadhafte Dachziegel zu einem Wassereintritt. Die Dachziegel wurden zwar durch ein Kupferdach ausgetauscht, durch die in der Wand verbliebenen Feuchtigkeit droht sich die Decke jetzt aber abzulösen. Es haben sich bereits kleinere Teile gelöst und sind zu Boden gefallen. Daher ist es jetzt höchste Zeit zu handeln, anderenfalls würde die Kirche über kurz oder lang aus Sicherheitsgründen gesperrt werden müssen.

 

2. Kulturgut:

Die Pfarrkirche Hall beherbergt zahlreiche, jahrhunderte alte Kunstwerke. Bei einer Verzögerung der Sanierung drohen diese beschädigt zu werden. Schlimmstenfalls, wie zum Beispiel im Fall der Deckengemälde, könnten dies für immer zerstört werden.

3. Kosten:

Es gibt bereits zahlreiche Zusagen Finanzierungsbeteiligung für die Sanierung der Haller Pfarrkirche. Wenn wir nicht schnell handeln, kann es sein, dass einige Zusagen wieder zurückgezogen werden. Noch schlimmer: je länger wir zuwarten, desto aufwändiger und teurer wird die Sanierung werden. Eine Kostenexplosion wäre die Folge. Daher ist rasches Handeln angesagt.

2. Projektabschnitt abgeschlossen

Kurzzusammenfassung von Dipl. Restaurator Jörg Riedel

Das diesjährige Baulos in der Stadtpfarrkirche St. Nikolaus in Hall umfasste die beiden mittleren Joche des Langhauses und stellt flächenmäßig den größten Bauabschnitt der Restaurierung der Wand- und Gewölbemalereien dar. Dank der im letzten Jahr gewonnenen Erfahrungen konnte die Arbeit zügig fortgeführt werden, wobei der Zustand und das daraus resultierende Arbeitsprogramm demjenigen des ersten Bauabschnitts weitgehend entsprachen.  Am Beginn der Arbeit stand eine Reinigung der gesamten Wand- und Gewölbeflächen, die je nach Zustand differenziert ausgeführt wurde und von Konsolidierungsarbeiten an der Putz- und Malschicht begleitet wurden. Neben den Verschmutzungsschichten wurden auch unpassende Übermalungen der zurückliegenden Restaurierungen abgenommen, wodurch nicht nur die Detaillesbarkeit erhöht, sondern auch in weiten Bereichen die malerische Qualität der wertvollen Barockfresken wiedergewonnen werden konnte. Die Reinigung wurde sowohl trocken-mechanisch als auch feuchtchemisch großteils unter Zuhilfenahme von Kompressen und Feindampfstrahlgeräten ausgeführt. 

Neben den notwendigen Festigungsarbeiten an Malschichtschollen und gelockerten Putzpartien im Flankenbereich von Rissen  wurden auch die teilweise absturzgefährdeten Stuckaturen der Kapitelle, insbesondere die frei hängenden Festons, deren Drahtarmierungen durch Korrosion geschädigt waren, konstruktiv gesichert.

Die nach der Reinigung und Abnahme von Altretuschen und –übermalungen sichtbar gewordenen Fehlstellen an Putz- und  Malschicht, die zum großen Teil auf die Folgen des Dachstuhlbrandes von 1880 zurückgehen, wurden sorgfältig gekittet und retuschiert.

Ebenfalls zum diesjährigen Arbeitsprogramm gehörte die Renovierung der beiden Sakristeiräume. Nach einer Reinigung der Wandflächen erfolgte eine teilweise Erneuerung der erodierten Wand- und Gewölbeverputze und eine Neufassung in Kalktechnik. Für die Farbgebung der Gewölberippen wurden historische Befunde herangezogen. 

 

1. Projektabschnitt abgeschlossen

Kurzzusammenfassung von Dipl. Restaurator Jörg Riedel

Mit der Restaurierung der Wand- und Gewölbemalereien des östlichen Joches des Langhauses wurde der erste Bauabschnitt zur Restaurierung der Haller Pfarrkirche abgeschlossen. Die mehrmonatigen Arbeiten umfassten neben dringend notwendigen Maßnahmen zur Renovierung des sich lösenden Putzes und einer Festigung der Malschicht im Wesentlichen die Reinigung des Malereibestandes zur Verbesserung der Lesbarkeit und des Gesamterscheinungsbildes. 

Der Zustand der Malereien war vor der Restaurierung von einer Verfremdung durch ältere Übermalungen und einer starken Verschmutzung der Oberfläche durch Staub- und Rußablagerungen geprägt. In vielen Bereichen hatte sich die Malschicht gelockert und drohte abzuplatzen. Wasserschäden aus den 50iger Jahren führten im Gewölbe zu Salzausblühungen und fleckigen Versinterungen. Nach einer Sanierung von Putz- und Malschicht wurden die Malereien in mehreren Arbeitsschritten gereinigt und von störenden Übermalungen befreit. In den Scheinstuckaturen wurde die malerische Wirkung im Sinne der ursprünglichen Intention durch die Überarbeitung der Schattenpartien und das Setzen von Lichthöhungen verbessert. Ziel der Restaurierung war die Schaffung eines einheitlichen Gesamterscheinungsbildes auf der Basis des überkommenen Bestandes. Die Arbeiten werden ab Mai 2015 im Langhaus fortgesetzt. 

 

Einblicke in die Restauratorenarbeiten

 

Arbeiten in luftiger Höhe.

Feingefühl ist hier gefragt. 

Die Fresken bekommen wieder kräftig Farbe und werden neu erstrahlen. 

Hoch droben wird gereinigt und gepinselt. 

Mit Fingerspitzengefühl werden Ausbesserungsarbeiten durchgeführt. 

Das Gerüst, das die Restauratoren zum Arbeiten brauchen, füllt einen Teil des Kirchenschiffes aus.