• Kulturgut Hall
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Magdalenenkapelle

Bei der Magdalenenkapelle handelt es sich um ein historisch wichtiges Denkmal des späten Mittelalters in Hall.

Ehemalige Friedhofs-Kapelle mit unverputzter Buckelquadermauer, zwei Spitzbogenportalen und hohem Kreuzgewölbe mit Schlußstein. Seit 1923 Gedächtnis-Kapelle für die Toten der beiden Weltkriege.

- Flügelaltar aus St. Magdalena im Halltal, Spätgotik um 1490
- Fresko "Das jüngste Gericht" Spätgotik 1466
- Fresko "Anbetung des Lammes" Frühbarock 1596
- Sakramentshäuschen mit Metallgitter

Westseite

Lage

Aus welcher Richtung man sich der Stadt Hall auch immer nähern mag, als Erstes fällt ein mächtiger gotischer Kirchenbau mit einem hohen Zwiebelturm auf, der die Altstadthäuser überragt: die Stadtpfarrkirche St. Nikolaus.

Rund um diese Kirche gab es bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts den städtischen Friedhof, der dann wegen Platzmangels verlegt worden ist, in dem aber drei Friedhofskapellen sich befinden: die Magdalenen-, die Josefs- und die Schneiderkapelle. Wenden wir uns der Magdalenenkapelle zu.

Architektur

Ihre Hauptfassade ist vom südlich der Pfarrkirche gelegenen Platz auf der Ostseite zu sehen: eine unverputzte Buckelquadermauer mit zwei Spitzbogenportalen und einem Zeltdach. Das Besondere dieses aus dem 13. Jahrhundert bestehenden quadratischen Gebäudes ist, dass es sich um einen zweistöckigen Bau handelt, dessen Untergeschoß nur vom Langen Graben zu betreten ist. Auch dies war eine Kapelle, dem hl. Jakobus d.Älteren geweiht, aber schon seit Jahrzehnten profaniert und heute ein Brotgeschäft.

Die darüber liegende Kapelle war ursprünglich allen Heiligen geweiht, wird heute aber als Magdalenenkapelle bezeichnet, weil der gotische Flügelaltar aus der der hl. Magdalena geweihten Kirche im Halltal stammt. Seit 1923 dient diese Kapelle auch dem Gedächtnis aller im Ersten und Zweiten Weltkrieg gefallenen und durch Bombardierung der Stadt verstorbenen Hallerinnen und Haller.
Betritt man das Innere der quadratischen Kapelle, fallen einem die Wandpfeiler auf, die ein hohes und von schweren Rippen gestütztes Kreuzgewölbe mit Schlusssteinen tragen.

Innenraum

Innenraum

Fresken

Nicht zu übersehen sind die beiden großflächigen Fresken auf der Südwand: rechts „Das Jüngste Gericht“ und auf der linken Wandfläche die „Anbetung des Lammes“. Auf beiden Bildern ist der jeweilige Stifter mit Angabe der Jahreszahl, wann er das Bild hat malen lassen, zu finden. Während das Gerichtsurteil aus dem Jahr 1466 kunsthistorisch noch der ausgehenden Gotik zuzuschreiben ist, wurde das linke Bild erst mehr als 130 Jahre später gemalt und ist ein Zeugnis des beginnenden Barocks.

Fresko "Das jüngste Gericht"

Das jüngste Gericht

Das „Jüngste Gericht“ ist in der aus ähnlichen Darstellungen bekannten Dreigliederung aufgebaut: Oben Gottvater und unter ihm Jesus in einem regenbogenfarbigen ovalen Rahmen als Richter, umgeben von den Marterwerkzeugen seines Leidensweges, darunter die Apostel und unter diesen links die Geretteten und rechts die Verdammten. Dazwischen in der Mitte die beiden Engel mit der Posaune, die im untersten Feld die Verstorbenen zur Auferstehung aus den Gräbern rufen. Die Linken werden zur Seligkeit durch die Himmelspforte eingelassen, während die auf der rechten Seite vom Höllenschlund verschlungen werden. Ein sehr eindringliches Bild!

Gotische Bilder

In den Bogenfeldern der Ostwand sind noch Reste gotischer Bilder zu erkennen: links eine thronende Madonna, rechts Zug der Hl.Drei Könige (?) vor dem Hintergrund der Stadt Hall (?). Den Rest der Ostwand füllen die Namen der gefallenen und vermissten Soldaten im Ersten und Zweiten Weltkrieg sowie der Bombenopfer der Luftangriffe auf Hall 1944 und 1945.

Spätgotischer Flügelaltar um 1490

Altar geöffnet
Altar geschlossen

In der Mitte der Kapelle steht der spätgotische Flügelaltar um 1490 aus St. Magdalena im Halltal, der der Kapelle den Namen gegeben hat. Warum dieser Altar nicht mehr in der im Halltal noch bestehenden Kirche steht, ist eine längere Geschichte, die eigens einmal im Kulturgut beschrieben wird. Die Schnitzfiguren stellen im Mittelfeld Maria mit Kind zwischen der hl. Margaretha und der hl. Katharina dar. Die Flügelbilder zeigen Mariae Verkündigung, die Anbetung der Könige, die Heimsuchung bei Elisabeth und Marias Tod und an den Außenseiten in Großformat den hl. Heinrich und die hl. Ursula. In der Predella befindet sich die Schnitzgruppe mit der Geburt Jesu und an den Flügeln sind die Heiligen Barbara und Agnes sowie außen Wolfgang und Johannes der Täufer dargestellt. Nicht zu vergessen ist das in die Nordwand eingelassene gotische Sakramentshäuschen mit Metallgitter, wo das Allerheiligste aufbewahrt wurde wie später in den Tabernakeln der barocken Hochaltäre.

Öffnungszeiten

Täglich von 9 Uhr bis 18: 30 Uhr geöffnet. Die Kapelle ist alarmgesichert !